3D-Kunstflugmodell aus Elapor.

Spannweite

Länge

Gesamtflächenbelastung

Fluggewicht

Preis

1095mm

1150mm

ca. 25g/dm² (Hst.)

ab 920g (Hst.)

€ 90.-






Multiplex typisch kommt der Acromaster mit allen notwendige Zubehörteilen aus der Schachtel. Das erste, was sofort auffällt, sind die Tragflächen. Trotz der geringen Spannweite sind sie geteilt und können demontiert werden, ein wirklicher Fortschritt, im Vergleich zu Fliegern wie der Skycat. Die Tragflächen selbst sind innen hohl und werden erst durch den Monteur aus zwei Teilen zusammengesetzt. Als Flächenverbinder dienen zwei GFK-Stäbe. Die Servos (HS-55, C261 oder ein anderes 9g Servo) wird stehend in der Tragfläche verbaut. Am Rumpf wurde unnötiges Gewicht gespart, die Ruder werden seperat geliefert (sind also keine Elapor-Scharniere), sondern werden mit "richtigen" Scharnieren mit der Fläche verbunden. Die Ruderflächen sind insgesamt sehr groß, der Acro Master will ja auch 3D geflogen werden. Für die Servos liegen Verlängerungsarme bei und sogar ein EPP-Spinner ist dabei.

Der Aufbau geht zügig voran, allerdings bedarf es doch etwa vier Stunden, da die in die Ruder Scharniere einzubauen sind und insgesamt doch ein bisschen was an Arbeit zusammenkommt. Größere Schwierigkeiten gibt es keine, lediglich die Anlenkung für das Spornrad hätte vielleicht etwas anders gelöst werden können, man muss doch etwas blöd rumbiegen und das Resultat ist nur bedingt befriedigend. Das Seitenruderservo sitzt in der Mitte des Rumpfs und wird über ein Gestänge mit dem Seitenruder verbunden. Das spart hoffentlich das ein oder andere Getriebe.

Erfreulich ist der Motoreinbau, Sturtz und Zug sind nachträglich verstellbar, der EPP Spinner ist leider jedoch nicht mehr demontierbar - auch nicht für einen Luftschraubentausch. Deshalb bleibt das Ding bei mir erst mal unten und später kommt vielleicht gleich ein "richtiger" Spinner drauf.

Die Bausatzqualität ist ingesamt sehr gut, die Passgenauigkeit hervorragend, ich habe einer der ersten Acro Master, ein Teil des Motorträgers fehlte bei mir (hier wurde GFK verbaut) und die Radverkleidungen sind auch nicht passend (ein Teil doppelt, eines fehlt). Das ist das erste Mal und ich bin mir sicher, dass das Multiplex auch sofort im Griff hat. Die Ruder sind bei mir gelb lakiert, damit der Acromaster ein bisschen "peppiger" aussieht.

Der Rumpf wiegt incl. Motor, Regler und Servos 628g, zzgl. 2x 119g (Flächen) und 276g für den 3200er 3S1P Lipo. Macht ein Gesamtabflugsgewicht von 1142g. Die 920g aus der Multiplex Angabe sind nur mit deutlichen Einsparungen und kleinerem Lipo Akku möglich und meiner Meinung nach fast schon unrealistisch.

Die Ruder wurden in gelb lackiert, sehr bewährt hat sich der MPX Elapor Primer, der für die passende Grundierung sorgt. Dann kann man ganz normale Sprühlacke (nicht glänzend) aus dem Baumarkt verwenden.




Servos: Die Servos für Höhen- und Seitenruder werden durch einen mitgelieferten Verlängerungsarm "scharf" gemacht. Damit sind dann entsprechend große Ausschläge möglich. Multiplex sieht Hitec HS-81 (bzw. die Multiplex-Version) vor, ich verwende ebenfalls diese. Auf das Seitenruder kommt zur Sicherheit die Metallgetriebe-Version (HS-81MG), falls Stöße auf das Servo übertragen werden. Wenn, dann kommen sie eh nur indirekt an. In den Flächen kommen Hitec HS-65, die Servos überzeugen mich, sie bieten neben Kugellager und Karbonite-Getriebe eine hohe Stellkraft und sind auch noch schnell. Für Analog-Servos ist die Stellgenauigkeit hoch. Hier sollte man nicht sparen, denn die Ruderausschläge sind groß und man merkt sofort, wenn das Servo nix taugt!

Empfänger: Mein Graupner C17 Empfänger lag noch rum, der Acromaster verlangt nichts anspruchsvolles.

Motorisierung: Multiplex schlägt die günstigen Himax Motoren vor, sicherlich keine schlechte Wahl. Ich verwende den Graupner Compact 480 9.6V Motor, der meiner Meinung nach ein AXI 2820/10 in Wirklichkeit ist. 1110 rpm/V sind in Kombination mit einem 3-zelligen Lipo-Akku und einer APC Elektro 10x5" Latte ideal, im Stand sind es max. 38A bei 11000rpm. Die Verarbeitungsqualität des Motors ist hervorragend. "Made in Tschechien" steht halt heutzutage für Qualität! Der Motor wurde erst unlängst in der FMT getestet und die Tester waren ebenfalls begeistert. Der Durchmesser ist mit 35mm gering, in den Acromaster passen auch noch deutlich breite Motoren. Als Akku kommt der 3200er Kokam 3S1P-LiPo Akku zum Einsatz, in den Acromaster sollte nur Lipos eingebaut werden! Angesteuert werd der Motor durch einen (nicht mehr erhältlichen) Jeti Advance 70-3P BEC Regler, der den Aufdruck "Lithium Support" trägt. Dies war der erste Jeti-Regler mit LiPo Unterstützung und es ist mir nicht nachvollziehbar, wann die Abschaltung funktioniert. Hier fliege ich nicht bis zum Schluss. 10 Minuten sind jedoch mit der Antriebskombination gut drinnen, da man ja immer nur kurz die maximale Leistung des Antriebs benötigt.

Motor

Luftschraube

Regler

Akku

Servos H/S

Servos Q

Graupner Compact 480 9.6V

APC E 10x5"

Jeti Advance 70-3P BEC

3S1P Kokam 3200

Hitec HS-81(MG)

Hitec HS-65






Der Acromaster zeigt hervorragende Flugleistungen. Der Erstflug erfolgte mit gemäßigten Ruderausschlägen, dann ging's aber gleich in die Vollen. 35 (HR) und 50% (QR, SR) Expo sollten es schon sein, sonst ist der Acromaster nicht fliegbar. Verwendet man maximale Ausschläge, gehts richtig zur Sache,die Ausschläge reichen für zünftigen 3D-Flug incl. Torquen. Besonders hervorzuheben ist der neutrale und extrem gut steuerbare Messerflug, Multiplex hat in Zusammenarbeit mit Martin Müller wirklich einen perfekt abgestimmten Flieger für alle erdenklichen Figuren herausgebracht. Ich denke, hier liegt eher das Limit am Piloten, nicht am Flieger selbst. Stabil ist der Acro Master jedenfalls sehr, auch brutale, gerissene Figuren machen ihm nix.

Der Acromaster erinnert im Flug an die Skycat, ich denke auch, dass der Acromaster der Nachfolger von der Skycat ist, allerdings sind Aufbau und Flugeigenschaften nicht zu vergleichen und erheblich besser!

Das Fahrwerk ist relativ weich, verbiegt sich aber bei zu harten Landungen. Das geht in Ordnung, denn man kann es einfach hochbiegen und alles ist wieder in Ordnung. Die Räder bestehen aus EPP und fahren sich auf Hartpiste recht schnell ab.

Die Landung mit dem Acromaster ist kein größeres Problem, zumal die Langsamflugeigenschaften sehr gut sind, allerdings passiert es doch recht oft, dass man mit den Flächen ablegt - auf der Hartpiste mit entsprechenden Abschürfen, auf Gras passiert nichts. Dies liegt daran, dass das Fahrwerk nicht allzu breit ist und der Flieger beim Rollen auch nicht zu stabil ist. Zudem kommen noch die großen Ausschläge, die man für die Landung (auch Start) auf mindestens 75%, mit Dual Rate reduzieren sollte! Auf Graspiste muss man schon mal mit einem Überschlag rechnen (hier bleibt das Fahrwerk einfach mal hängen), zum Glück passiert dabei nichts. Am Fahrwerk kann man also durchaus noch etwas machen.

Der Acromaster wendet sich konsequent an fortgeschrittene Modellflieger, das Fliegen als Einsteiger mit reduzierten Ausschlägen finde ich nur bedingt sinnvoll, da das Potential des Fliegers verschenkt wird und er auch mit reduzierten Ausschlägen nicht wirklich Einsteiger-freundlich ist. Jeder Fortgeschrittene hat jedoch seine Freude dran und kann ihn als Kunstflug-Trainer benutzen!




Zwar ist der Acromaster für einen Elapor Flieger schon relativ teuer, aber der Acromaster bietet sehr gute Kunstflugeigenschaften und ist durchdacht.

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Positiv:

  • Hervorragende (3D) Flugeigenschaften
  • relativ leichte Konstruktion
  • durchaus einfach aufzubauen
  • Negativ:

  • Fahrwerk/Spornrad verbesserungsfähig
  • Wertung:
    8.5 von 10

    für fortgeschrittene Kunstflug-Piloten

    Dieser Artikel wurde im August 2006 hinzugefügt.