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 Elektro-Segler aus Elapor von Multiplex mit einer Spannweite von 1800mm und einem Abfluggewicht von unter 1kg

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Spannweite | Länge | Flächeninhalt (FAI) | Fluggewicht ca. | Preis |
1800mm | 1130mm | 41.6 dm² | ca 880g (Elektro, Hst.) | € 67.- (Andys Hobbyshop) |



 Das hätte ich ja vor kurzem nicht gedacht, dass man aus Elapor (sinnvoll) einen Segler bauen kann. Und dann mit 1800mm Spannweite (inzwischen geht mit dem Cularis sogar noch mehr). Multiplex-typisch kommt das Ding komplett aus dem Karton, die komplette Ruderanlenkung ist mit dabei und natürlich darf der Dekorbogen nicht fehlen. Zusätzlich sind in der Electric Version sogar noch ein 400er Motor mit 3:1 Getriebe und (billig) Luftschraube mit Spinner enthalten.
An allen Ecken gibt es tolle Detaillösungen, die man auch schon aus anderen MPX-Fliegern her kennt und das hohe Niveau der MPX-"Schaumwaffelflieger" markiert. Der Aufbau ist einfach - in die Rumpfhälften kommen jeweils Höhen- und Seitenruderservos, dann werden die Rumpfhälften zusammengefügt. Es hat sich bewährt, die Noppen abzuschliefen, damit die Rumpfhälften perfekt zusammenpassen. Der Einsatz von Aktivatorspray ist nicht notwendig, dickflüssiger Sekundenkleber leistet beste Arbeit. Verwendet man den mitgelieferten 400er Motor mit Getriebe, sollte man die Antriebseinheit erst einschieben, nachdem die Rumpfhälften zusammengeklebt wurden (siehe weiter unten) - dies geht wunderbar, eine Art Elapor-Feder hält dann den Motor. Damit kann man jederzeit den Motor wechseln. Bevor die Rumpfhälften endgültig zusammengeklebt werden, kann eine Probepassung sicher nicht schaden. Multiplex will, dass man in die Electric Version hinten eine Kugel einbaut, ich würde sie aber unbedingt herauslassen, denn sonst kann man den Schwerpunkt mit leichteren Antrieben nur noch schwer einstellen. Auch ist die Kugel für den Standardantrieb nicht unbedingt erforderlich.
Die Flächen werden einfach einandergesteckt (erinnert mich an Puzzle-Teole), das geht beim ersten Mal etwas schwer, mit der Zeit dann aber ganz gut. Die Haube wird noch lackiert (mit Multiplex Primer grundiert und dann mit einem schwarzen, matten Sprühlack aus dem Baumarkt übersprüht).



 In der Standard-Konfiguration kommen bei mir "nur" Conrad ES-05 zum Einsatz. OK, die Servos verfügen nicht gerade über die beste Stellgenauigkeit verfügen, aber für den Easy Glider sind die Servos ausreichend. Gerade im Trimmbereich tud sich bei den Servos wenig, sonst kann ich jedoch nichts schlechtes sagen - sie sind zuverlässig und vor allem preiswert. Hitec HS-55 für die Flächen und HS-81 für den Rumpf sind sicherlich eine gute Wahl, wenn ein paar Euro mehr für Servos ausgegeben werden soll. In der ersten Konfiguration kommt das mitgelieferte Antriebsset, mit 400er und 3:1 Getriebe zum Einsatz. In dieser Konfiguration war noch die mitgelieferte Kugel hinten im Rumpf eingebaut, mit dem verwendeten GP1100 (8 Zellen), der nicht gar nicht so leicht ist, musste der Akku sehr weit vorne - Kugel also draußen lassen. Angesteuert wird der Motor mit einem Kontronik Smile 1000 Regler. Als Empfänger dient der Jeti Rex 5 plus, der bei mir in vielen Modellen des öfteren zu Störungen neigt, aber im Easy Glider auch bis an die Sichtgrenze perfekt funktioniert.

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
Speed 400 (mit 3:1 Getriebe) | (mitgelieferte) | Kontronik Smile 1000 | 8xGP1100 | Conrad ES-05 | Jeti Rex 5 plus |



 Der EasyGlider ist am Flugplatz schnell zusammengesteckt. Die ersten Flüge verliefen völlig problemlos. Der EasyGlider fliegt gutmütig und jederzeit beherrschbar. Der mitgelieferte Antrieb reicht aus, um ihn auf Thermik-verdächtige Höhen zu bringen - es dauert zwar, aber es geht. Mit dem Easy Glider kann (man wundert sich kaum) hervorragend Thermik geflogen werden - bis an die Sichtgrenze. Unter Wolken kreisen, das macht mit dem Easy Glider richtig Spaß. Nach etwas über fünf Minuten Vollgas ist der Akku erschöpft, der Motor brutzlig heiß und die Landung kündigt sich an. Hat man die Querruder so programmiert, dass sie zusätzlich als Landehilfe nach oben ausfahren, kann man den Landeanflug verkürtzen - dies ist auch erforderlich, da der EasyGlider sehr lange ausschwebt. Das Flugbild ist wie erwartet - seglertypisch, ohne große Unarten, einfach schön...
Im Kunstflug nervt der Motor, der einfach zu lange braucht, um den EasyGlider wieder auf Höhe zu bringen. Deshalb war mir klar, dass bald ein Brushless-Upgrade ansteht...



 Die erste Sache, die herausgefunden werden musste, ist, welcher Motor passt zum Easy Glider? Ja, natürlich kann man einen Außenläufer einbauen, indem man die Schnauze einfach absägt. Dies empfand ich aber als unschöne Methode, da es irgendwie nicht zum EGE passt. Bei E-Bay werden immer wieder Brushless-Tuning-Kits angeboten, u.a. auch das Set von RC-Discount, bestehend aus Regler, Motor, Getriebe und Luftschraube. Beim Blick auf die Homepage fand ich dann den Walkera Brushless-Motor 3200kV 180L, der inkl. Metallritzel mit 10 Zähnen offensichtlich dem Motor aus dem Set entspricht - für 30 Euro ein durchaus interessanter Preis.
Der große Vorteil ist, dass das Original-Getriebe weiterverwendet werden kann und der Motor fast sofort passt. Der Motor ist mit 60g auch noch leichter. Allerdings war es gar nicht so einfach, das Ritzel auf den Motor zu bekommen (und man sollte das Ritzel nicht zu sehr erwärmen ;-), mit etwas Gewalt ging das aber auch. Der Einbau in den Easy Glider gestaltete sich doch schwieriger, weil ich bei meinem ersten Rumpf das Getriebe mit eingeklebt hatte. Zumal sorgte die Kugel im Heck für einen Schwerpunkt viel zu weit hinten. Beim zweiten Rumpf baute ich das Getriebe erst nachher ein, nachdem die Rumpfhälften zusammengeklebt wurden. Die Kugel blieb draußen.
Der Motor bleibt mit dem mitgelieferten Prop und 8xGP1100 im Flug unter 20A (20.0A bei 8.81V und 7205rpm am Anfang im Stand). Der Sound ist getriebetypisch, ein Außenläufer ist da etwas ruhiger. Die Frage ist nur, wie lange das "hochqualitative" Getriebe das mitmacht...
Und wie fliegt der Easy Glider mit dem Tuning? Die Steigleistungen sind ordentlich und der Easy Glider kommt schnell im etwa 45° Winkel auf Höhe. Würde man einen 2100er 3S1P Lipo verwenden, müssten Steigleistungen von 60-70° möglich sein. Allerdings müsste man sich mit der Lipo-Unterbringung etwas einfallen lassen. Das Tuning lohnt sich in jedem Fall, vor allem weil der Preis dafür sehr moderat ist.
Nun macht auch der Kunstflug Spaß. Der Easy Glider fliegt recht sauber, spricht gut auf die Ruder an (man kann (und sollte dann) die maximal möglichen Ausschläge verwenden), um die Längsachse dreht der Easy Glider eher gemütlich (das geht aber für einen Segler in Ordnung). Im Rücken muss man deutlich drücken und der Turn geht auch wunderbar, sofern man schon frühzeitig Seitenruderausschläge gibt. Gesegelte Figuren mag der Easy Glider nicht so gerne, er ist einfach zu leicht und speichert nicht genug Energie.
Am Hang fühlt sich der Easy Glider wohl, spricht sofort auf den geringe Aufwinde an, wird allerdings bei Wind schnell zum Spielball der Natur. Hier hilft die berühmte M8-Gewindestange, die perfekt in den Carbon-Flächenverbinder passt und für zusätzliche ca. 300g sorgt. Der Easy Glider ist dann wie verwandelt - auf einmal liegt er richtig satt in der Luft und die Kunstflugfiguren, insbesondere die gesegelten können mit gutem Durchzug geflogen werden. Unglaublich, auf einmal ist der Easy Glider erwachsen. Während der Start mit der normalen Version (aus der Hand) völlig unkritisch ist, sollte man mit der aufbalastierten Version doch laufen, sonst hat man einen Strömungsabriss. Die Steigleistungen verschlechtern sich deutlich, liegen aber immer noch deutlich über der 400er-Version ohne Balast. Der Original-Motor hätte jedenfalls überhaupt keine Chance, die zusätzlichen 300g sinnvoll nach oben zu bringen.

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
Walkera 3200kV 180L | (mitgelieferte) | MBC 30A Regler | 8xGP1100 | Conrad ES-05 | Jeti Rex 5 plus |



 Der Easy Glider ist ohne Zweifel ein Top Flieger. Sein Einsatzbereich ist erstaunlich weit, neben Segelflug kann er auch nahezu alles, was im Kunstflug mit einem Segler möglich ist. Mit Brushless beginnt der Spaß und die Aufbalestierung sorgt für ein geändertes, "erwachsenes" Fluggefühl. Der Easy Glider ist einsteigertauglich (so in Richtung zweites Modell nach z.B. Easy Star), fliegt gutmütig und man hat viel Zeit, Fehler zu korrigieren. Der Konkurrent ist der Robbe Arcus, der angeblich noch einen Tick besser gehen muss - für mich ist der Arcus jedoch schon nahe am Plagiat, ich bevorzuge bei "Schaum" einfach Multiplex (hier: das Original :-). Ich bin gespannt, ob Multiplex es schafft, mit dem Cularis einen weiteren Meilenstein im "Schaum"-Segelflugbereich zu schaffen.
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