
 Wieder ein Jet von Multiplex - aber diesmal der Beste!

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Spannweite | Länge | Flächeninhalt | Fluggewicht ca. | Preis |
795mm | 750mm | 15 dm² | ab 620g (Hst.) | € 50.- |



 Multiplex hat inzwischen viel Erfahrung im Bau von Elapor Modellen. Der Fun Jet lässt sich innerhalb von max. drei Stunden aufbauen. Kurios: Das Funjet Paket ist klein, kein Wunder, die Tragflächen werden erst noch zusammengeklebt und sind mit einem GFK-Rohr verbunden. Die Passgenauigkeit der Teile ist sehr gut, lediglich ein kleiner Übergang zwischen den Tragflächen und dem Rumpf ist sichtbar. Das geht in Ordnung. Bei mir wurden die Seitenleitwerke rot lackiert. Der Motor wird von hinten eingeschoben, man kommt so nicht direkt heran, dass ist etwas nervig, aber der hintere Teil muss angeblich wegen der Stabilität verklebt sein. Der Motorsturz ist einstellbar (super), Platz für kleine Außenläufer ist auch. Ok, die Motorverstellung ist mit den mitgelieferten Schrauben nervig, aber da lässt sich ja was machen. Und diesmal gibt es keinen 400er Motor dazu, MPX könnte ja einen 480iger Motor für den FunJet mitliefern, das würde (noch) gehen. Der Fun Jet ist aber nur "echt" mit Brushless!
Bei manchen FunJets ist es nicht ganz klar, wie die Ruder eingestellt werden müssen. Der Grund: Das Ruder schließt zwar innen bündig mit der Fläche ab, jedoch nicht an der äußeren Seite. Bei meinem FunJet sind beide Seiten nahezu bündig; falls das nach dem Bau nicht der Fall ist, muss man die Ruder nach der inneren Seite einstellen. Es kann also sein, dass die Ruder in Neutralstellung in der Mitte bündig mit der Fläche sind und außen durchaus etwas hoch stehen! So passt es jedoch.



 Servos: Hitec HS-55 oder was man sonst gerne verwenden will. Die HS-55 passen perfekt, schließlich ist der FunJet auf NanoS-Servos abgestimmt.
Antrieb: Ein preiswerter Dymond BL-2000 Motor, der mit 33 Euro bei Staufenbiel angeboten wird, dient als Antriebsquelle. Der Motor ist günstig und hat sich inzwischen gut bewährt. Mit 2000rpm/V passt er gut zum FunJet, mir schwebten bei der Planung mindestens 8 Zellen GP1100, aber eher 10 Zellen GP1100 vor. Klar sind hier Lipos im Vorteil! Ich hab das Experiment gewagt und bei E-Bay von dem Anbieter "Modellbautruhe" einen Brushless Regler mit 40A für 35.95 Euro gekauft - und verblüfenderweise ist der Regler alles andere als schlecht! Es fehlt nur die Lipo Abschaltung und es dauert einen kurzen Moment, bis die Motoren auf Vollgas sind (bei einem Kontronik Swing Regler ist das auch nicht besser), sonst ist der Regler absolut Top!
Insgesamt bringt der FunJet 442g auf die Waage zzgl. 227g für den GP1100 (10 Zellen), also 669g. Damit sind es 49g mehr, als MPX das "offiziell" im Katalog stehen hat. Es stehen also mehr als 400W/kg zur Verfügung :-)
Empfänger: In so ein Modell gehören nur Spitzen-Empfänger. Bei mir der Schulze 435 alpha, der sich inzwischen sehr bewährt hat und dessen einzig wahrer Konkurrent nur der 5.35 ist :-)

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
Dymond BL2000 | Aeronaut 6x5" | Noname 40A | 10xGP1100 | Hitec HS55 | Schulze alpha 435 |



 Der Schwerpunkt des FunJets liegt viel weiter vorne, als man das erwarten würde. Entsprechend "spannend" war der Erstflug, der Fun Jet reagierte extrem auf jede Ruderbewegung, die Landung klappte jedoch. Der Schwerpunkt sollte ziemlich genau vor dem Elapor-Kreis (auf der Flächenunterseite) befinden, weit vor der GFK-Stange. Es dauerte etwas, bis die optimale Abstimmung für den FunJet gefunden war. Acht Zellen GP1100 stellte sich relativ schnell als ungeeignet heraus. Zehn Zellen GP1100 sind ideal und passen auch gut vom Gewicht her, wenn es nicht gleich Lipo sein muss. Folgende Luftschrauben wurden durchprobiert: 5.7x3" APC Speed 400 (schnell, aber mäßige (!) Steigleistungen), 6x6" GraupnerCam Speed Prop (mäßige Flugleistungen, zu viel für den Motor), Graupner Cam Speed Prop 5.5x5.5" (recht gute Abstimmung), aber die richtig gute Luftschraube ist hier die Aeronaut 6x5" und zwar besonders die Glas (GFK verstärkt), die noch einen Tick besser "geht" (zumindest subjektiv).
Mit frisch geladenen 10xGP1100 (P&M by Hopf) und der Aeronaut 6x5" geht einfach nur die Post ab. Der Dymond Motor von Staufenbiel zieht dann 20-25A (je nach Entladedauer), die Flugleistungen sind damit hervorragend. In den ersten Sekunden sind es sogar 27A bei 19.500rpm - bei 6x5". OK, das ist für den Motor sehr am Limit, macht aber keine Probleme. Der FunJet geht damit senkrecht, der Top Speed ist richtig gut, der Fun Jet macht einfach Spaß! Klar, ein Pylon-Racer ist schneller, aber der Fun Jet geht schon recht "satt".
Sehr deutlich ist der Unterschied, wenn der GP1100-Akku frisch geladen und warm ist (Ladestrom >2A), im Vergleich zu einem kalten GP1100-Akku. Dies entscheidet, ober FunJet richtig satt geht oder ob er normal schnell unterwegs ist. Auch scheint es so, dass der GP1100-Akku erst nach 10 Zyklen richtig "Dampf" hat. Alternativ probiere ich gerade den Intellect 1400 (ebenfalls 10 Zellen), der mit dem GP1100er (bei leicht verlängerter Laufzeit) mithalten kann, allerdings fehlen noch ettliche Flüge, um eine exakte Aussage zu machen.
Der Funjet bietet Jet-typische Flugeigenschaften und zeigt erstaunlich gute Langsamflugeigenschaften. Landungen sind also überhaupt kein Thema. Dank des symmetrischen Profils muss im Rücken kaum gedrückt werden. Besonders hervorzuheben ist die Wendigkeit, die bis jetzt all meine anderen Elektro Jet-Modelle in den Schatten stellt. Fliegt man einmal Fun Jet, will man gar nicht mehr TwinJet fliegen! Und das ist dann auch der große Nachteil des Fun Jet: Der vermiest einen andere Elektro-Jet-Modelle ;-) Einziger Nachteil: Grashalme verfangen sich an den Rumpf-Übergängen und fressen sich immer weiter hinein. Hier ein Tesa anbringen, damit das nicht passiert.
Alternative Konfiguration wäre z.B. ein etwas schneller drehender Motor mit 3000rpm/V und 2200mAH 3S1P-LiPos mit einer 4.75x4.75" Latte, allerdings fehlt dabei der Durchzug in der Kurve und der Top-Speed ist nur bedingt höher. Es scheint auch so zu sein, dass der breite Motorträger hinten einen hohen Wirkungsgradverlust bei kleinen Latten bedeutet. Zumal der FunJet dann irgendwie unruhiger fliegt. Deshalb erscheint mir ein Motor mit 2000rpm/V und einer 5-6" Latte sinnvoller.



 OK, die erste Konfiguration geht schon recht satt. Aber man will ja doch mehr. Antrieb: Conrad Brushless B36-40-07 (2900rpm, 184g, 36mm Durchmesser) und 3S1P Kokam 3200er. Zieht an 6x6" Graupner Cam Speed Prop bei 10.5V 55A und dreht die Latte auf 22.300rpm. Ergibt über 550W (oder fast satte 700W/kg). Flugleistungen? Einfach nur noch super. Der Durchzug ist extrem, die Steigleistungen über-senkrecht, Top-Speed ist gut, aber viel schneller wird der FunJet nicht mehr. Hier bremst das Profil auf hohem Niveau. Das Gewicht steigt auf 800g an, das macht dem FunJet nichts. Der Conrad Motor präsentiert sich überraschenderweise auf höchstem Niveau - wow, mit so einer Qualität hatte ich dann nicht gerechnet. Die "Lärmbelästigung" durch die hohe Drehzahl des Graupner Cam Speed Prop übertrifft schon viele Verbrennermodelle. Dafür sind Flugleistungen und "Flugspaß" auf höchstem Niveau! Trotz der extremen Leistung bleibt der FunJet perfekt beherrschbar und zeigt keine Unarten - selbst die Landungen bleiben trotz des höheren Gewichts völlig unkritisch.

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
Conrad B36-40-07 | Cam Speed Prop 6x6" | Pentium-60 | 3S1P Kokam 3200 | Hitec HS55 | Schulze alpha 5.35 |


 Obwohl die oben genannte Konfiguration schon richtig richtig gut geht, ist das noch lange nicht das Ende. Anstelle des 3S Akkus wurde ein 4S1P 3200er Lipo eingesetzt und auf eine 5.5x5.5" Graupner Speed Prop gewechselt. Als Regler kommt ein YGE120 zum Einsatz.
Erst mal die schlechte Nachricht: Die Steigleistung wird nicht besser, eher im Gegenteil. Der Start wird (auch aufgrund des höheren Gewichts) etwas unentspannter, als oben, mit einem kräftigen Wurf ist er aber in der Luft. So, aber jetzt kommts: Der Speed nimmt doch noch ein gutes Stück zu... Der FunJet geht jetzt Speed-mäßig für ein Elapor Modell hammer-mäßig (ok, ein Pylon Racer ist immer noch schneller, aber die 200km/h dürften damit geknackt sein).
Zu einer Strommessung bin ich in den verbleibenden Flügen nicht gekommen, es dürften aber geschätzte >100A sein. Der YGE 120 Regler schaltet jedenfalls vorzeitig wegen Überhitzung ab - da hilft nur Vollgas oder mit Motor-aus fliegen... Mehr als drei Minuten sind kaum drinnen und viel mehr steht der Pilot auch gar nicht durch...
In unter fünf Flügen war der FunJet mit dieser Konfig zerstört, da er ausgerechnet bei einer Flugvorführung vom Himmel fiel (=Senkrecht Einschlag bei Full-Speed ;-) - ein Ruder riss aus. Ein solch motorisierter FunJet braucht: a) Mit Glasfasertape verklebte Ruder, b) eine zusätzliche Carbon-Stange hinten, damit sich die Flächen nicht verwinden können und c) einen kleinen Carbon-Stab in den Rudern. Ein solche FunJet wird gerade gebaut...

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
Conrad B36-40-07 | Cam Speed Prop 5.5x5.5" | YGE 120 | 4S1P SLS 3200er | Hitec HS81 | Schulze alpha 5.35 |



 Langweilig wirds mit dem Fun Jet wirklich nie - dafür sorgt die Agilität der Jets und die Performance des Antriebs. Definitiv der Beste Multiplex-Jet. Vielleicht ist höchsten der Projeti besser (den ich aber nicht geflogen bin), sonst markiert der FunJet die Besten-Marke in diesem Segment!
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