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 Kurioses Flugboot mit ungewöhnlichem Flugbild

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Spannweite | Flächenbelastung | Fluggewicht | Flächeninhalt (Gesamt) | Preis (Andys Hobbyshop) |
520mm | 20g/dm² (Hst.) | 380g (Hst.) | 19 dm² | € 50.- |



 Mit dem Gemini hat Robbe wirklich etwas sehr kurioses geschaffen - eine Mischung aus Flugzeug und Boot. Und anders als viele Konkurrenten ist das Teil komplett aus Arcel - also kein Depron. Entsprechend wenig ist noch zur Fertigstellung notwendig - unten müssen Plastikabdeckungen auf die Schwimmer geklebt werden, ich habe GFK aufgetragen. Neben Einbau der Servos und des Motors ist lediglich das Anbringen des Seitenleitwerks (aus Depron) notwendig und das Anlenken der Ruder. Zum Schluß kann man noch den Dekorbogen aufbringen oder (wie ich das gemacht habe, allerdings gibt es dazu noch kein Foto), noch Farbe auf den Gemini aufgetragen werden. Der Zusammenbau ist also extrem einfach. Die Motorhaube enthält die Haube aus ABS-Kunststoff in Schwarz bereits fertig verklebt und wird per Magneten festgeklippt. Hinten hält dann das Seitenleitwerk die Motorhaube nach unten, bei schnellem Aufmachen beschädigt man dieses Stück Depron und man muss es mit UHU Por wieder festkleben.



 Zwei GWS IQ-110 Servos werden für Höhenruder und Seitenruder verwendet. Die äußeren Ruder sind für Querruder, die inneren für das Höhenruder. Durch die Verformung der Carbon-Stäbe beim betätigen des Höhenruders (das Servo muss ja zwei Ruder stellen) entstehen doch recht hohe Kräfte - dies ist etwas suboptimal, mir ist auch keine Lösung aufgefallen (außer das Servo extra gut einzukelben). Das Seitenruder ist leichtgängig und zwei Conrad ES-05 Servos, die nicht über die Stellgenauigkeit der GWS-Servos verfügen, aber für die Querruder locker ausreichen, stellen die beiden äußeren Ruder - die Querruder. Man kann natürlich noch etwas Höhe dort beimischen, muss aber aufpassen, dass sich die Quer- und Höhenruder nicht in die Quere kommen. Die Ruderauschläge, die Robbe vorschlägt, gehen in Ordnung, Höhe konnte manchmal zum Abfangen noch etwas "mehr" sein.
Als Motor kommt ein BM2408-21 zum Einsatz, diese Motoren gehen inzwischen bei E-Bay sehr günstig her. Beispielweise kann man beim E-Bay Händler rvm8hop den Motor incl. Versand für 10 Euro sich direkt aus Hong Kong schicken lassen. Motordaten: 46gm, 1750rpm/V, max. 13A. Die Qualität des Motors ist absolut einwandfrei. Kombiniert mit einem MBC-30A Regler (TowerPro), der incl. Versand 20 Euro kostet, ergibt sich so ein äußerst günstiges, jedoch leistungsfähiges Antriebsset. Der Regler ist vielfach einstellbar, verfügbt über Lipo-Abschaltung und funktioniert ebenfalls einwandfrei - wird allerdings bei hoher BEC Last sehr heiß. Dazu kommt noch (passend) ein GWS 7x6" SloFly-Prop, der beim Gemini auch so gut wie niemals bei der Landung brechen kann. Keine Frage, die Chinesen haben enorm dazugelernt und auch ich mache mir Gedanken über deutsche Arbeitsplätze und kaufe das nächste Mal einfach wieder einen Flyware Motor, der dann in Deutschland hergestellt wird. In letzter Zeit fliege ich alternativ einen noch vorhandenen Kontronik Swing 3000 Lipo-Regler, der sich im Gemini kaum erwärmt - an wärmeren Tagen ein Vorteil. Hier merkt man schon, warum es doch einen Preisunterschied gibt...
Die restlichen RC-Komponenten bestehen noch aus einem ACT DSQ-8 und einem Hacker (E-TEC) 1200 3S1P Lipo (10C), beide Komponenten gibt es nicht mehr, aber man hat sie einfach. Und sie funktionieren ;-) Bei einem Neukauf nimmt am Besten einen Schulze 5.35 und einen 800 bis 1200mAh 3S1P mit 15-20C.

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos | Empfänger |
BM2408-21 | GWS 7x6" | MBC 30A/Swing 3000 Lipo | E-TEC 1200mAh 3S1P | GWS IQ-110/Conrad ES-05 | ACT DSQ 8 |



 Die Erstflüge fanden im Winter 2006/07 statt, Wasserstarts wollte ich nicht machen (brrr) und Schneestarts konnte ich lange Zeit nicht machen. Der Erstflug war also mit einwerfen - am besten man nimmt dazu beide Hände und schmeißt den Gemini hinaus. Ohne Helfer geht beim Erstflug garantiert schief - das Ding will ausgetrimmt werden und fliegt sich auch nicht ganz ohne. Besonders um die Längsachse ist der Gemini recht heiß zu fliegen - wenn man sich aber daran gewohnt ist, macht es Spaß. Der Gemini ist bedingt wendig, kipplig und will deutlich abgefangen werden. Fliegt man ihm etwas zu hecklastig, wird es noch kippliger. Macht der Gemini Spaß? Ja, genau deswegen. Und er geht auch bei deutlichem Wind - dann sollte man aber schnell fliegen. Insgesamt fühlt sich der Gemini mit etwas Fahrt viel wohler, als wenn man ihn langsam fliegt. Die Landung hingegen ist recht unkritisch, da man mit etwas Gas landen kann. Der Gemini lässt sich auf einer Wiese einwandfrei landen.
Es hat doch noch geklappt und irgendwann hat es auch in diesem geschneit. Jetzt macht der Gemini richtig Spaß. Auf dem Schnee rumflitzen, abheben, landen, einfach super. Je nach Stärke des Windes dreht der Gemini in den Wind und hebt dann recht zügig ab. Schnee verzeiht auch ruppigere Landungen. Allerdings sollte man es mit dem hin und herfahren nicht übertreiben, vor allem wenn es windig ist - da kann es sein, dass der Gemini umfällt und das Depron-Seitenleitwerk abknickt. Ich bin gespannt auf den Frühling, wenn es damit zum See geht.
Durch die Hohe Kapazität sind "kraftvolle" Flüge um die zehn Minuten möglich. Wenn man es darauf anlegt, kann man mit einer Akkuladung 20 Starts machen. Leider habe ich den Strom noch nicht gemessen, allerdings dürfte die Kombination das 10C-Limit des Akkus überschreiten.
In jedem Fall ist der Gemini auch in der Luft ungewöhnlich und das Flugbild, mit den Schwimmern, ist einfach sagenhaft. Auf Schnee (und vermutlich Wasser) macht der Gemini einfach nur noch Laune!


 Kuriose Mischung aus Boot und Flugzeug, etwas kipplig zu fliegen (sowas kann aber auch Spaß machen!), dafür bei entsprechenden Bedingungen einfach nur genial. Das Flugbild ist außergewöhnlich.
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