Elektro-Segler mit hervorragendem Preis/Leistungsverhältnis und einer Spannweite von 3.20m.

Spannweite

Länge

Gesamtflächenbelastung

Fluggewicht

Preis

3200mm

1400mm

47g/dm²

2720g

€ 200.-






Der LastDown XXL kommt fertig (mit Oracover!) bespannt von Staufenbiel, die Qualität kann sich wirklich sehen lassen. Die durchzuführenden Arbeiten beschränken sich auf den Einbau der Tragflächenhalterung, der Servos, dem Einkleben des Motorspants und dem Zuschneiden der Plastikteile, wie z.B. der Haube. Ein bisschen was ist zu tun, man wird also für einen sauberen Last Down XXL schon etwa 10 Stunden brauchen. Die Tragflächen sind voll-beblankt und von hoher Qualität, die Bespannung gefällt und die Ruder sind fertig verklebt. Leider sind die beiden Wölbklappen von oben her (wie die Querruder) angeklebt, trotzdem lässt sich ein brauchbarer Ausschlag nach unten herstellen. Die beiden Hälften einer Tragfläche werden miteinander verklebt, die Winglets klebe ich lieber am Flugplatz mit einem Klebestreifen an. Die Flächen sind schwimmend gelagert, d.h. auch, dass die Tragflächen etwas Spiel haben, aber angeblich ist das ja "normal" und im Flug habe ich auch nichts negatives festgestellt. Die Flächen sind sehr rubust (mit den 1.50m-Flächenteilen passiert einfach immer wieder was...), nur die Montage ist teilweise etwas fummelig, bis die Flächen dann "stecken". Der Rumpf ist aus GFK (hier ist viel Platz!) und der Flächenstrecker ist aus CFK. Die Tragflächen in konventioneller Holzbauweise. Abgesehen vom Rumpfübergang (hier entsteht ein bisschen Spiel) ist alles von der Qualität her Tip-Top. Für die 200 Euro direkt ein Schnäppchen...




Servos: In die Fläche (jeweils zwei Querrude und zwei Wölbklappen), sowie in das Heck (Höhe) kommen GWS IQ-200MG Servos. Die Servos überzeugen von der Qualität, Kraft und vor allem im Preis/Leistungsverhältnis, ich bin begeistert, wie GWS für den Preis (EUR16) ein Metallgetriebe-Servo mit Kugellager und in der Qualität herstellen kann. Als Servo für die Seite (vorne eingebaut) kam erst ein Dymond 5000 Servo zum Einsatz, mein Bowdenzug ist aber etwas zu schwergängig, also wurden das Servo durch ein GWS IQ-410MG ersetzt. Beide Servos verfügen über ein Kugellager und über ein Metallgetriebe, beide Kosten unter 16 Euro und besitzen ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis, beide Servos sind relativ schwer, das Dymond Servo nervt, weil es die ganze Zeit brummt. Das GWS Servo ist etwas stärker als das Dymond und brummt nicht...

Empfänger: Der ursprünglich verbaute ACT SmartScan nervte mich, denn ständig knackte ein Servo und man konnte sogar leichte Änderungen in den Ruderstellungen sehen (ganz typisch für den SmartScan, angeblich wird das Signal nicht so "verrundet", wie bei anderen Empfängern). Zudem hatte ich einige Störungen mit dem ACT SmartScan. D.h. aber nicht, dass der SmartScan, der inzwischen durch den DDS-10 abgelöst wurde, schlecht ist, nur in diesem Anwendungsfall war er nicht optimal. Optimal hingegen ist der Schulze 8.35, ein Empfänger, mit dem ich nie eine Störung hatte und Schulze mal wieder bewiesen hat, wer die wirklich guten Empfänger (zu gutem Preis/Leistungsverhältnis) baut!

Motorisierung: Klarer Favorit ist im Cumulus ein Außenläufer, bei 45mm Durchmesser in der Schnauze ist genug Platz. Ich habe mich für meinen Lieblings-Motorhersteller Plettenberg entschieden, der Orbit 25-12 mit 770rpm/V ideal für einen Segler. Maximal sind lt. Plettenberg 18V und 65A drin, das reicht auch, um theoretisch den Last Down zum Hotliner umzufunktionieren. Zu dem Außenläufer gesellt sich ein Jeti Advance 70 Regler (bereits mit LiPo-Abschaltung; aber noch nicht die Plus-Version) und einer 14x9" Aeronaut Klappluftschraube auf Simprop 45mm-Spinner.

Akkus: Als Empfängerakku kommt ein (steinzeitlicher) KR1400AR Akku von Sanyo mit vier Zellen zum Einsatz, als Antriebsakku sollte etwas um die zwölf Zellen in der Größe SubC zum Einsatz kommen. Reitzvoll ganz klar die GP3700 oder gleich V-TEC 4200 (oder GP4300), ich entschied mich für einen Kokam 3200 3S1P, der auf den ersten Blick etwas unterdimensioniert scheint (denn eigentlich sollte man eher Richtung 4S1P wählen), ich aber einen LiPo-Akku anschaffen wollte, der in anderen Fliegern auch Verwendung finden kann.


Der LastDown XXL fliegt sich schon wie ein Großmodell und ganz anders, als der 2.2m spannende Graupner Cumulus XXL. Der LastDown will großräumig geflogen werden, bleibt aber trotzdem noch wendig. In der Thermik geht er auch eng rum - der XXL spricht sehr gut auf Thermik an.Das Flugverhalten ist fantastisch, die Butterfly-Stellung im Landeanflug ist sehr brauchbar - damit sind äußert langsame Landungen möglich und die Höhe kann gut abgebaut werden.

Der 3S1P 3200er LiPo erweißt sich in der Praxis als völlig ausreichende Stromquelle, zusammen mit dem Orbit-Motor werden 45A gezogen, die Steigleistungen damit sind gut. Flugzeiten knapp um die fünf Minuten (Vollgas) sind möglich und reichen völlig, um mehrmals auf Ausgangshöhe zu kommen.

Selbst Kunstflug, wie Loopings, Rollen, Turns usw. sind für den LastDown kein Problem und machen an thermikschwachen Tagen Spaß. Im Rücken muss gar nicht mal so viel gedrückt werden, insbesondere dann, wenn man noch etwas mit der Wölbklappenstellung nachhilft. Die Wirkung des Seitenruders könnte besser sein (Turns), reicht aber aus.

Der Empfänger-Akkus für die Servos reicht eigentlich den ganzen Tag, der LiPo überzeugt in der Praxis dadurch, dass man ihn sofort nach dem Landen wieder laden kann (Temperatur ist völlig unkritisch) und auch schon geladen zum Platz fahren kann. Zudem ist er herrlich leicht und spart Gewicht. Und ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich den Akku nun entladen muss, bevor ich ihn lade oder wie ich ihn lagere (denn alles außer ganz leer oder ganz voll reicht zur Lagerung des LiPos).

Ingesamt ist das Flugverhalten fantastisch und von jedem halbwegs erfahrenen Piloten locker zu beherrschen. Das Flugbild des LastDowns, inbesondere auch mit den Winglets gefällt eigentlich (fast?) jedem!


Mich wundert gar nicht, dass der LastDown zu den meistverkauften Modellflugzeugen von Staufenbiel gehört. 3.20m in der Qualität für unter 200 Euro, dass ist wahrlich fantastisch!

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Positiv:

  • Vollbeplankte, rubste Tragflächen
  • Mit mäßigem Aufwand durchaus einfach aufzubauen
  • hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis
  • tolles Flugverhalten, schönes Flugbild
  • Wölbklappe, hilfreich beim Landen (Butterfly)
  • Negativ:

  • Nachfolgende Punkte sind nur kleine Mankos!
  • Montieren der Flächen immer etwas fummelig
  • Flächenübergang etwas unschön (bleibt immer ein Spalt)
  • Flächen wackeln immer (schwimmend)
  • Wertung:
    9 von 10

    für fortgeschrittene Segler-Fans

    Dieser Artikel wurde im April 2006 hinzugefügt.