Schneller Jet aus einer Styropor-Art. Gute 90 Euro kostet der Twin Jet in der "Blue Racers Edition", die mit den potenteren Permax 480 Motoren ausgestattet ist. Der Jet von Multiplex verspricht rasante Flugleistungen gerade auch wegen des geringen Abfluggewichts von ca. 1300g.

Spannweite

Länge

Gesamtflächenbelastung
(Hersteller)

Fluggewicht
(Hersteller)

Preis

910mm

802mm

ab 36g/dm²

1200g

€ 90.-






Elapor üblich will der TwinJet mit Sekundenkleber und Aktivator-Spray aufgebaut werden - mir ist das sehr recht, geht es doch viel schneller als mit Epoxy. Große Schwierigkeiten bereitet der Aufbau wirklich nicht. Bescheuert ist das Einkleben der Akku-Wanne, warum Multiplex hier nicht gleich eine passende mitliefert, verstehe ich nicht. Die Akkuwanne aus Plastik darf man nämlich erst mal zurecht schneiden. Die Servos lassen sich auf der Unterseite wunderbar befestigen, die Ruderanlenkungen sind einfach Multiplex-Typisch perfekt und nahezu spielfrei. Als Scharnier zwischen Querruder und Fläche dient ein einfaches Tesa, auch das funktioniert wunderbar. Bei neueren MPX-Fliegern wird kein Tesa mehr benötigt. Die Motoren werden ebenfalls mit Sekundenkleber eingeklebt, ich habe sowohl Servos als auch Motoren mit Schrumpfschlauch versehen. Die Haubenbefestigung mit den Gummis ist mir zu blöd, dort ist bei meinem TwinJet einfach ein Klettverschluss montiert. Der Akku hält ebenfalls durch einen Klettverschluss und durch einen Gummi. Fertig aufgebaut schaut der Jet schon ziemlich gut aus - und schnittig! Und es ist ein Elapor-Modell, welches nicht einfach nur weiß ist (Kritik an Multiplex bei den neueren Modellen!)


Die Blue Racers Edition des TwinJets wird anstelle der 400er Motoren mit den 480iger-Motoren von Permax geliefert. Mindestanzahl an empfohlenen Zellen: Acht. Bei mir kam ein aus heutiger sicht betagter Sanyo RC-4/5 10-Zeller zum Einsatz (gleichwertig zu CP1700SCR). Die RC-4/5 war jedenfalls absolute spitze, ich habe mit dieser Zelle nur die besten Erfahrungen bis zuletzt (=Absturz durch einen Freund) gemacht. Lediglich die Spannungslage (zum Schluss gehts deutlich runter) könnte ein bisschen besser sein. Leider passen die guten Präzisionsspinner mit CamProp-Luftschrauben von Graupner aufgrund des unterschiedlichen Wellendurchmessers (3.2mm zu 2.3mm) nicht zu den Motoren, also kommen die mitgelieferten billig Günther-Prop-Luftschrauben zum Einsatz - die werden mit Epoxy-Kleber draufgeklebt. Das ist echt die Schwachstelle des Fliegers, die Luftschrauben schauen aus wie Spielzeugdinger und verwinden sich in der Luft. Aber Günther-Props sind einfach kult! Kompletiert wurde das mit einem (nicht mehr erhältlichen) Conrad REG 45/36 BEC Flugregler, der alles wichtige wie Sanftanlauf, einstellbarer Schaltpunkt etc. bot. Kurzzeitig verkraftet der Regler auch 45A, wobei das eh bei den Motoren utopisch ist. Der Regler wird mit den Servo-Einstellwegen im Sender eingestellt, der Regler stellt sich also nicht automatisch ein. Dies ist aber nicht unbedingt ein Nachteil.

Als Servos kamen bei mir erst die Graupner C261 zum Einsatz und nicht die Multiplex MX-3 (GWS?), für die die Ausparungen passen. Später bin ich auf die Conrad RS-101MGBB (ziemlich wahrscheinlich Futaba FS500MG) für 20 Euro umgestiegen - sehr gute Mini-Servos zum günstigen Preis mit Metallgetriebe und Kugellager. Bei dem C261 kann schon mal ein Zahnrad brechen, wenn man eine etwas härtere Landung produziert oder in hohem Gras landet.

Motoren

Luftschraube

Regler

Akku

Servos

Empfänger

Permax 480

Günther Prop

Conrad REG 45/36 BEC

10 Zellen Sanyo RC-4/5 SC (NiCd)

Graupner C261

Graupner C17






Erster Start: Der TwinJet hat doch recht guten Schub (Luftschrauben drehen bei fast 16.000rpm), der Flieger geht direkt nach dem Wurfstart in eine ordentliche Steigflugphase über. Die 480er Motoren mit dem 10-zelligen Akku sorgen jedenfalls für gute Performance. Bei den ersten Flügen war ich überrascht von dem sehr direkten, aber doch präzisem Flugverhalten. Jet-typisch eben. Rollen gehen präzise und schnell, Loopings sind ebenfalls sehr gut zu fliegen. Den Twin Jet kann man selbst mit diesem einfachen Antrieb und Rückenwind richtig auf Geschwindigkeit bringen, dann sind schon durchaus krasse Manöver möglich. Der Landeanflug ist kaum ein Problem, wenn man sich mal an das direkte Verhalten eines Jets gewöhnt hat. Etwas Exponential-Anteil auf Quer hilft und die MPX-Ruderausschläge sind optimal gewählt. Bei dem zweiten Start ist mir leider beim Landeanflug der Flieger in der Kurve mit stehenden Motoren abgesackt und aus fünf Metern auf ein Feld gestürtzt, der Schaden war aber nur gering - Elapor ist ein wirklich leicht zu reparierendes Material, welches auch noch viel aushält. Der Höhenverlust und der möglicherweise auftretende Strömungsabriss bei Kurvenfliegen im Landeanflug mit bereits abgestellten Motoren ist nicht zu unterschätzen; etwas Schleppgas lassen und alles ist in Ordnung.


Ein damals günstiges Tuning-Set war das Competition Antriebsset von Graupner mit zwei 480L-Motoren (spezielle Linkslaufversionen) und vor allem gescheiten 5.5x4.3" (14x11cm) Camprop-Luftschrauben. Die Luftschrauben werden mit Präzisionsspinner geliefert, lassen sich einfacher tauschen, wirken solider und hochwertiger und bringen noch mal deutlich mehr Steigleistung. Kombiniert mit dem Power v60-Regler von Graupner erreicht man mit dem TwinJet doch durchaus hohe (Bürsten-)Flugleistungen. Wenn man will, kann man hintereinander Loopings mit Höhengewinn machen, bis man die Lust verliert. Bei Volllast werden etwas über 35A gezogen. Mit 16.600 Umdrehungen pro Minute drehen dann die Motoren - also noch mal deutlich mehr, als mit den Permax-Motoren und den anderen Luftschrauben - zusätzlich kommt noch der größere Durchmesser der Luftschrauben hinzu. Vollgasflüge sind aber nur kurzfristig nötig, normalerweise fliegt man mit Halbgas. Mit dem Competition-Antriebsset, welches ich damals mit €45.- preislich in Ordnung fand, ist der TwinJet jedenfalls ausreichend motorisiert! Mit Rückenwind sind Geschwindigkeiten im Idealfall auch mal über 150km/h möglich.

Der Flug mit 8 Zellen Sanyo CP1700SCR (anstelle 10 Zellen) ist mit etwas Performance-Verlust verbunden, dafür fliegt sich der Flieger insbesondere für Twin-Jet Einsteiger etwas einfacher. Alternativ kann man auch noch 10 Zellen Sanyo RC2400 fliegen. Durch das höhere Gewicht von 58g im Vergleich zur CP mit 44g pro Zelle wird der Flieger aber ein bisschen unhandlicher. 8-Zellen 2/3 führte jedenfalls zu einem äußerst faden Flugerlebnis.

Motoren

Luftschraube

Regler

Akku

Servos

Graupner 480L

Cam Speed Prop 5.5x4.3"

Graupner Power v60

10 Zellen Sanyo CP1700SCR (NiCd, 4/5)

Conrad RS-101MGBB






So richtig geht der TwinJet natürlich nur mit Brushless. Und so ist er jetzt aufgebaut: Zwei mit jeweils 33 Euro äußerst preiswerten Dymond BL-2000 Motoren (von Staufenbiel), zwei mal Kontronik Swing 3000 und einem Kokam 3200 3S1P. Der Aufbau gestaltet sich ein bisschen anders, es müssen drei Motorzuleitungen verlegt werden, somit kommt doch schon einiges an Kabeln zusammen. Der leichte Kokam 3200er will ganz nach vorne, um den Schwerpunkt einhalten zu können. Das schafft Platz für die beiden Kontronik Regler, die samt Kabel doch etwas Raum verbrauchen. Dabei versorgt nur ein Regler-BEC den Empfänger und die Servos mit Strom. Die Dymond Brushless-Motoren erweisen sich doch sehr hochwertig vor allem für den Preis, allerdings haben die Motoren eine recht große Streuung in der Leistung, ein dritter BL-2000 verbraucht z.B. 20% mehr Strom und dreht entsprechend schneller und das bei gleicher Spannung. Insgesamt hatte ich also fünf Motoren, von denen sich drei (bzw. zwei für den TwinJet) herauskristallisierten. Ach ja: Die Motorzuleitungen zu kürzen war ein Fehler, der Schutzlackdraht ging dann doch nicht so leicht ab - somit durfte ich jede einzelne Litze vom Lack befreien - zwei Stunden Arbeit umsonst. Alle Elektronik versammelt sich rund um einen Schulze alpha 5.35-Empfänger. Über diesen Empfänger gibt es nur eines zu sagen: Viel besser gehts nicht.

Flugleistungen mit den beiden BL-2000? Super. Mit der 5.5x4.3" Graupner Cam Speed werden bei 10.25V ca. 15A pro Motor gezogen, dabei dreht die Luftschraube 18500rpm. Am Start steht noch mehr Spannung zur Verfügung. Die Motoren haben Luft bis 21A, es geht also sicher noch die 5.5x5.5". Mit der 5.5x4.3" geht der TwinJet senkrecht, die Fluggeschwindigkeiten sind hoch, stoßen aber bereits an eine hohe Grenze. Die 5.5x5.5" verspricht nur mehr Steigleistungen - bei Strömen zwischen 40A und 45A. Das bringt es aber effektiv nicht. Zusätzlich wurde noch die Aeronaut Cam 6x5" geflogen, die sorgt für noch mehr Schub nach oben, allerdings wirkt der TwinJet damit dann irgendwie überfordert. Insgesamt ist die Luftschraubenwahl beim TwinJet besonders schwierig und ich weiß noch nicht, welche dann effektiv drauf bleiben wird. Ich denke, die 5.5x4.3" ist die bessere Wahl.

Der TwinJet ist mit dem leichten Akku wendig und kann sogar noch langsamer gelandet werden, als mit der 4/5 SC. Die beiden nicht mehr erhältlichen Swing 3000 Regler sind nicht Lipo-geeignet, ich passe also auf, dass ich nicht zu lange fliege. Für den Geradeausflug sind sowieso nur 25% der Leistung erforderlich. Ok, normalerweise fliegt man doch meistens Vollgas...

Multiplex hat inzwischen den FunJet im Angebot, leider muss ich sagen, der TwinJet ist geil, aber FunJet ist einfach schneller und ist noch deutlich wendiger. Der FunJet hat im Vergleich ein symmetrisches, dünneres Profil und wirkt insgesamt im Flug einfach besser abgestimmt...

Motoren

Luftschraube

Regler (2x)

Akku

Servos

Empfänger

Dymond BL-2000

Cam Speed Prop 5.5x4.3"

Swing 3000

Kokam 3S1P 3200

Conrad RS-101MGBB

Schulze alpha 5.35






Sehr gutes Jet-Modell mit direktem Flugverhalten. Mit den 480iger L-Motoren von Graupner und 10-Zellen und vor allem in der Brushless-Variante mit LiPos geht einfach nur noch die Post ab - Jet-Feeling, so wie es richtig Spaß macht.

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  TwinJet (mit Multiplex 480iger) am Start (DivX)   [ VIDEO ANSCHAUEN ]

Positiv:

  • Schlagfestes Elapor, im Flug unzerstörbar
  • Einfach zu bauen, einfach zu reparieren
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • präzise, einfach zu fliegen
  • in der Größe gibt es keine Alternative
  • Negativ:

  • zu dickes Profil kostet Geschwindigkeit
  • Wertung:
    8 von 10

    für Fortgeschrittene

    Dieser Artikel wurde zuletzt im August 2006 aktualisiert.